Handouts

Tagebuch der Tsa-Geweihten

Geburten, Sterbefälle, Hochzeiten, Tempelzehnt und vieles mehr (Auszug)
“21. Efferd 17: Ich übernehme den Tempel von meinem Vorgänger Bruder Rupold, der im Alter von 81 Jahren verstarb.”

“1. Peraine 19: Ein gewisser Hamid ben Seyshaban aus Khunchom bittet um die Erlaubnis, die verlassene Grenzfeste beziehen zu dürfen. Nach seiner beeideten Versicherung, dass er nicht dem Rastullah-Glauben anhängt, leite ich seine Bitte an Baron Fenn Weitenberg von Drôlenhorst weiter.”

“18. Phex 20: Hamid ben Seyshaban erhält von Hochwohlgeboren Fenn Weitenberg von Drôlenhorst die Erlaubnis, die Feste aus eigenen Mitteln wieder herzurichten. Er darf jedoch keine Bewaffneten in seinen Diensten halten.”

“19. Rondra 21: Nach kurzer Renovierung bezieht Hamid den Turm. Als Profession gibt er “Magus und Privatgelehrter” an und wird entsprechend besteuert." In den folgenden Monaten zahlt er ohne Säumnis den Tempelzehnt.

Travia 21 bis Phex 22: In diesem Zeitraum befinden sich immer häufiger Eintragungen wie:
“Bauer Nardels Feld gemäß dem L.Z.S. eingesegnet. (Kommentar: Vermutlich ist L.Z.S. eine Abkürzung für das Liber Zhammoricam per Satinav)
Oder: “Im Namen von Tsa und Satinav: Glückliche Geburt im Hause des Freibauern Sulm.”
Tsa wird bisweilen “Z’zah” geschrieben oder anscheinend mit einer Glyphe abgekürzt.

“20. Phex 21: Die Götter seien mit uns. Der Schwarze Schrecken, ein finsterer Mann, soll die Sichellande unsicher machen. Ich warne behutsam das Dorf.”

“1. Tsa 22: Feldsegen gemäß dem L.Z.S. über die ganze Gemark ausgesprochen.”

“12. Ingerimm 22: Zehntberechnungen wegen überaus frühzeitiger Ernte vorgezogen – die Vielgestaltige ist mit uns. Haushalt Arstein bringt sechzehn Maß Weizen und zehn Stein Rüben, Haushalt ben Seyshaban nicht angetroffen, Haushalt Berlinger bringt…”

14. Ingerimm 22: Die Freibauern Ettel Sulm und Dirka Mooswyn zeihen Unbekannt der Hexerei, da beiden Haushalten ein Kalb mit zwei Köpfen geboren.”

“15. Ingerimm 22: Mehrere Schreie waren die ganze Nacht zu hören, niemand weiß, woher. Einige berichten von furchtbaren Träumen. Habe beruhigende Worte und eine Segnung ausgesprochen..”

“20. Ingerimm 22: Würde gerne einen Boten nach Salthel zum Magus des Markverwesers und nach Trallop zur Geweihtenschaft zwecks Beistand schicken, doch die Einwohner misstrauen mir. Vielleicht kommt der Jäger in den nächsten Tagen ins Dorf.”

Hier enden die Eintragungen.

Artikel

Blankes Entsetzen in Sichelwacht – Große Landstriche verwüstet
Baliho/Salthel – Große Teile der Reichsmark Sichelwacht wurden in den letzten Ingerimmtagen 22 von bislang unerklärlichen Kräften vollständig verwüstet.
Die einstmals fruchtbare Landschaft am Goblinsteig (zwischen Roter und Schwarzer Sichel) gleicht einem Meer aus grauem, ekligem Staub. Jahrhunderte alte Baumriesen sind wie von Gigantenhand gefällt und zermahlen, viele dort errichtete Gebäude bis auf die Grundmauern verwüstet. Kein Halm wächst mehr hier – und es sieht so aus, als würde dies in den nächsten Jahren so bleiben. insgesamt mag die Katastrophe, die vor allem die Baronien Ingerimms Steg und Uhdenwald, aber auch Teile von Zollhaus und der tobrischen Baronie Güldenharsch heimgesucht hat, mehr als 500 Todesopfer, darunter die herzögliche Baukolonne, die hier den Passweg zu einer Reichsstraße ausbaute, gefordert haben. Möge Boron ihren Seelen gnädig sein. Über die Ursache der Verwüstungen herrscht bislang in Geweihten- sowie wie auch in Magierkreisen schieres Rätselraten. Sowohl ein Angriff von Drachen aus den nahegelegenen Drachensteinen wie auch ein mächtiger Hexenfluch sind bislang nicht ausgeschlossen, ebenso wenig wie eine göttliche Strafe für einen namenlosen Frevel. Letzteres wird sogar am häufigsten behauptet, da man angeblich Feuerbrände vom Himmel hat fallen sehen. Auch von Geistererscheinungen wird gemunkelt, und den Kadaver eine Kalbes mit zwei Köpfen bekam ich selbst zu Gesicht. Die wenigen Überlebenden, die Licht in die Angelegenheit bringen könnten, befinden sich unter schärfster Bewachung in der Obhut der Zwölfgöttlichen Inquisition und der Noioniten. Es mist mir bislang noch nicht gelungen, mit einem von ihnen zu sprechen.
Überhaupt gibt es hier oben jede Menge Tempelvolk und auch geachtete Magi und Magae aus den Akademien des Reiches: Der bekannte Inquisitor Amando Laconda da Vanya aus Ragath befindet sich ebenso hier wie Abgesandte des Garether und auch des Kusliker Hesinde-Tempels. Spektabilitäten aus Perricum aus Perricum und Punin sowie eine Anzahl von Tempelvorstehern aus Weiden, allesamt misstrauisch beäugt von wohl 100 Kämpen des Bannstrahl-Ordens, die hier gemeinsam mit herzöglich weidenschen Rundhelmen jegliche Hesindegefällige Nachforschung von unbefugter Seite verhindern sollen. Für die nächsten Tage hat sich gar S. Hoheit der Herzog persönlich angekündigt, um sich der Untersuchung anzunehmen. Hoffen wir, dass ein solch praktisch gesinnter Mann auch der Öffentlichkeit die benötigten Informationen zukommen lässt, um Finstersinn und wüste Spekulationen zu vertreiben. Den Männern und Frauen, die hier ausharren, muss noch einmal ein großes Lob gezollt werden, haben doch viele von ihnen die Tage, die wir nicht nennen, am Rande jenes verfluchten Gebietes ausgeharrt und sich von keinem möglichen namenlosen Schrecken vertreiben lassen. Ich hoffe, es ist mir vergönnt, der geneigten Leserschaft bereits in der nächsten Ausgabe mehr berichten zu können.
Yangold di Lazaar, am Zweiten Tage des Jahres 23, Salthel, Weiden

Tote Rantzen
Firunen – Anfang des Rahjamondes machten Reisende auf der Bornstraße zwischen Firunen und Festum wunderliche Beobachtungen. Hier, wo die Rotaugensümpfe gären, hausen die Sumpfrantzen, langmäulige Affenwesen, Dutzende, wenn nicht hunderte lagen auf einem Streifen von wenigen Meilen Breite in Sichtweite der Straße und moderten tot vor sich hin. Einige lebten noch und bissen sich gegenseitig die Kehlen durch. Warum diese Ungeheuer sich in Dekatomben selbst erschlugen, können auch die Zauberer unserer Stadt nicht beantworten.

Salza unter Geistersturm!
Thorwal/Salza – In der Nacht des 2. Rahja kam es im seit geraumer Zeit thorwalsch besetzten Salza und Salzhaven zu Tumulten, als allerorten Geister längst Verstorbener durch die Gassen marschierten und stumm ihre Münder öffneten und schlossen. Die Thorwaler Ottas verließen die beiden verfluchten Orte fluchtartig, um Frauen, Kinder und Männer vor dem Geistersturm zu retten. Die Nostrier verschlossen ihre Türen oder flüchteten in Tempel. Wenige Tage später ließ die thorwalsche Emissärin Anga Angasdottir verlauten, dass die schwarzmagischen un nekromantischen Angriffe des König Kasimirs von Nostria keineswegs ungesühnt bleiben werden.

Stürme auf dem Thuransee
Thurana – Ungewöhnliche Stürme brausten am Morgen des 2. Rahja über den Thuransee in Andergast. Einzelne Rondrikanböen von Ost nach West zerfetzten Segel von Fischerbooten und warfen Schiffe um. Besonders betroffen war die Mitte des Sees. An den Ufern selbst wurde jedoch keinerlei Wind ausgemacht. Der Efferd-Tempel am See gemahnte, dass es sich um ein böses Omen handelte.

Alpträume suchen Ehrwürdiges Väterchen heim
Amboss – Wie der Aventurische Bote berichtet, ist die seltsame Krankheit des Bergkönigs Arombolosch, Sohn des Agam auf Alpträume und Nachtmahre zurückzuführen, die ihm schreckliche Bilder von Kämpfen gegen einen unsichtbaren Schatten sandten. Diesem Unheil zu begegnen machen nun die Gerüchte die Runde, dass – nicht nur bei den Ambosszwergen – die Vorbereitungen zur Wahl eines neuen Hochkönigs der Zwerge beginnen sollen. Dies ist insofern interessant, als dass die Zwerge einen Hochkönig unter ihnen nur in Zeiten größter Bedrohung bestimmen würden.

Informationen zu Vampiren aus dem Balihoer Stadtarchiv:
Viele Weise Mittelaventuriens behaupten, dass sich Werwölfe und Berserker nach ihrem Tod in Vampire verwandeln.

Im südlichen Bornland heißt es, dass Selbstmörder zu Vampiren werden, denn der durch die eigene Hand herbeigeführte Tod gilt als Frevel wider das göttliche Geschenk des Lebens.

Bei den Nivesen gilt Inzest als eine Entstehungsursache.

Im Greifenfurtschen genügt es angeblich, Henker, Geldverleiher oder Müller gewesen zu sein.

Das Grab eines Blutsaugers kann man daran erkennen, dass Haare und Zähne der Leiche weiter wachsen.

In Sewerien glaubt man, die ‘Nach(t)zehrer’ am Schmatzen in den Gräbern zu erkennen und sie durch eine Silbermünze zwischen den Zähnen bannen zu können.

Im Svelttal kursiert der Aberglaube, dass schon der Blick eines Vampirs die Seele raubt – eine Ansicht die gängigerweise auch gegenüber Elfen vertreten wird.

Albernische Märchen erzählen, dass Vampire beim Bluttrinken bereits den Namen ihres nächsten Opfers rufen.

Dem Großen Buch der Abschwörungen zufolge hält Alraunenpulver Vampire auf Distanz und schadet ihnen sogar.

In Garetien heißt es, Vampire müssen Praiosblumenkerne, die sie auf ihrem Grab finden, erst zählen, bevor sie sich zur Ruhe legen können. Üblicherweise werden sie dabei von der Sonne überrascht.

Luzelins Testament
Ich setze diese Zeilen auf am Abend des 20. Boron. Vor etwa drei Stunden wurde ich Opfer eines unsäglichen Blutsaugers, der in Gestalt eines Wanderers vorgab, mich wegen eines Rates aufzusuchen. Es gelang ihm, fast mein ganzes Blut zu trinken – und so bin ich zu dem geworden, was die Bewohner Weidens nur ungern in den Mund nehmen.
Ich bin mir sicher, dass der Vampir unter einem Zwang stand – allerdings weiß ich nicht, wer ihn zu mir geschickt hat. Doch meine Ahnung und die Hexenrunen wissen, dass es ein Vorbote derjenigen Macht ist, die das Land verschlingen will. Es gibt wohl nur drei Kreaturen hier im Norden, die dies bewerkstelligt haben könnten, allesamt Fürsten der Vampire: der wandlungsfähige Henker von Greifenfurt, Bronn, das Orakel vom Purpurberg, und Wallmir von Riebeshoff – Herr der Acheburg. Jedoch weiß ich von keinem der dreie, welchen Grund es gegeben haben könnte, mich auf diese Weise von Satuaria und von meinen Schwestern zu trennen.
Ich hoffe, diese Zeilen werden von denjenigen gefunden, auf die ich nun schon so lange warte, – und dass die Zeit gereicht hat, dass Oropheîa sie zu mir gebracht hat. Wenn dem so ist, dann wird euch, die dies lesen, trotzdem kaum noch Zeit bleiben. Gwynna die Hex hatte ich bereits kurz nach den Ereignissen in Dragenfeld zum Herzog geschickt, doch als einfacher Mensch konnte er die Zeichen nicht deuten.
Ihr aber müsst den Ursprung all dieser Plage finden! Und ich befürchte, es muss bis zum nächsten Neumondtreffen geschehen! Der Ort des Übels muss ein Zentrum haben, ein Zentrum, ein Zentrum, wo sich die Mächte kreuzen. von der Ebene des Drachen kommend? Vom Pandlarin? Von der alten Eiche?

Des weiteren gebe ich euch ausdrücklich das Recht, euch mit allem Notwendigen aus meine Hütte auszustatten. Ich bete zu Satuaria, dass keine von euch das gleiche Ende finden wird wie ich. Meine letzte und einzige Bitte ist, dass – egal wer mich findet, ob Hexen oder Wanderer – ich bestattet werde und mein Leib ein friedliches Ende nimmt. Und nach dem Brauch der Schwestern Satuarias ist dies eine Brandbestattung mitsamt meinem Vertrauten Pallikraz.
Meinen restlichen Besitz vermache ich den Hexen vom Blautann, meine Grotte soll die neu zu bestimmende Oberhexe erhalten.

Satuaria mit Gwynna, mit meiner Tocher Morena und mit dem Blautann
Satuaria mit Dere, denn die Zukunft wird dunkel

Luzelin Silberhaar vom Blauen Wald

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Die 7 Gezeichneten Ithron