Verians Tagebuch

Mitte Praios, 1019 Götterläufe nach dem Falle Bosparans.

Mit eingerosteter Hand schreibe ich diese Zeilen, die in langer Entbehrung von Zivilisation wieder ein wenig Ordnung in das Chaos meines Lebens und meines Verstandes bringen sollen.

Alles begann vor etwa ein bis zwei Monden, dass uns eine junge Novizin zum Raben von Punin leitete. Merkwürdig war dies schon, schließlich war wenig Zeit vergangen seit dem Besuch von Arnas und mir im Gebrochenen Rad…
Wie dem auch sei, wir wurden gesegnet und bekamen eine Mission (von beiden Boron-Riten! Unglaublich…): nach Maraskan reisen und Überfälle auf eine Endurium-Mine untersuchen.

Mir war nie besonders wohl bei der Erwähnung dieser Dschungel-Insel… Bis vor einigen Wochen wusste ich auch nicht was ein Dschungel eigentlich ist – es ist eine Todesfalle mit verdammt vielen Bäumen! Und auch der Brief Delian von Wiedbücks, in dem eindeutig hervorging das sich Borbarad selbst wahrscheinlich auf der Insel aufhält – wenn das wahr ist, was sollen wir tun? Ich sehe momentan nichts was wir gegen IHN ausrichten können.
Auch unsere Überffahrt stand schon unter einem schlechten Stern. Im Khunchomer Phextempel spürte ich alles andere als Glück oder göttlichen Beistand und auf See wurden wir Opfer eines fürchterlichen Sturmes der uns fast umbrachte, das Schiff demolierte und uns viel zu weit nach Norden trug.

Welch wohliger Beginn eines anstrengenden Trauerspiels…

Gestrandet und jeglichen Proviants beraubt (auch Nostradamus vermissen wir seitdem) versorgten wir die Verwundeten, begruben die Toten und versuchten der Natur essbare Früchte abzugewinnen ehe wir schon am ersten Abend von maraskanischen Widerständlern in ihr Lager geführt wurden.
Ein seltsamer Völkchen diese Maraskaner.. Unaussprechliche Namen und eindeutig zu.. naja, wehrhaft. Nicht wehrhaft wie ein Thorwaler, dem man die von ihm ausgehende Gefahr durchaus ansehen kann; nein, eher eine verstohlene, hinterlistige Art der Stärke lauert in diesem Inselvolk. Unberechenbar…

Die Widerständler (sie nannten sich die “Wipfeltiger”) waren uns jedoch wohlgesonnen und erklärten uns den Weg ins Landesinnere und machten uns auf mögliche Ansprechpartner bezüglich unserer Mission aufmerksam: eine Widerstandsorganisation namens “Haranidad”.
Die Haranidads scheinen selbst schon einmal die Endurium-Mine überfallen zu haben und dürften uns deshalb den Weg weisen können.

Doch fürs erste waren wir auf uns gestellt. Alleine im maraskanischen Todesbaum-Dings.

Phex sei dank kamen wir aber schon am Nachmittag an einer Plantage an, wo wir zu überteuerten Preisen in einem Gutshof nächtigen konnten.
Ähnliches ‘Glück’ war uns auch darauf beschieden, als wir das Fort Retoglück erreichten, ein fast vergessener Posten des Mittelreichs inmitten von tödlicher Natur in dem der Wahnsinn gefährliche Wellen schlug.. Lange blieben wir nicht in diesem ‘Fort’, und um ganz ehrlich zu sein hätte ich es gern dem reinigenden Feuer überlassen. Der Dschungel wäre zu feucht zum brennen, so hätte man die Welt von einigen gemeingefährlichen Spinnern retten können… Möge die heilige Nonoia irgendwann noch in Fort Retoglück Einzug halten.

Die nächste Station auf unserem Weg durch diese verfluchte Insel war eine Siedlung namens Alrudan. Teilweise gab es dort wieder gewohnte Gesellschaft vom Festland, doch auch Verrat, Verwirrung und unerwartete Unterstützung wurde uns zuteil.
Es tat auf seltsame Art und Weise gut, als ich den Tempel der maraskanischen Zwillingsgötter Rur und Gror betrat – zwar nicht meine Götter, doch fühlte ich mich nicht mehr ganz verloren in diesem großen und gefährlichen Wald. Eine noch größere Freude war es, als die Priester uns einen Führer für den Dschungel abstellten, einen Mann namens Marek.
Doch nach der Nacht in Alrudan wurden wir Opfer einer üblen Intrige – ich zweifle nicht daran dass Borbarad dafür verantwortlich war – als ein Söldner namens Brin uns an die örtliche mittelreichische Garde verraten hatte (angeblich ließ der Fürst in Tuzak nach uns fahnden).
Glücklicherweise ließ sich die Angelegenheit durch eine großzügige Spende bereinigen.. Doch zum letzten Mal hat uns dieser Brin sicher nicht gesehen!

Mit Marek ging es weiter durch die dichten Dickichte bis wir einige Tage später in ein kleines Dorf kamen. Welch Wohltat nach Tagen im Dschungel wieder unter Menschen zu sein!
Wir kamen gerade recht zu einer kleinen Feierlichkeit, infolge derer wir alle unsere Haare färben konnten! Ich halte meine grasgrünen Haarpracht ja immer noch für ungemein exotisch – auf die angenehme Art.
Leider wurde die Feier mitten in der Nacht von einer Razzia der Besatzer gestört… Wir kamen noch rechtzeitig weg, doch mussten wir uns von Marek trennen der seinen Landsleuten helfen musste.

Lange allein blieben wir jedoch nicht. Denn einige Nächte später wurden wir von einigen Rebellen angegriffen – mitten in der Nacht. Wir waren verschlafen, erschöpft und unvorbereitet… einzig und allein der Hilfe der herbeigeeilten Haranidad-Rebellen rettete uns davor zu früh in Borons Hallen einzuziehen.

In ihrem Lager angekommen wurden wir recht freundlich empfangen – und bekamen schnell die Möglichkeit uns für die Hilfe gegen die anderen Rebellen zu revanchieren: es galt ein Untier zu erlegen, die Spinne einer Hexe die vor einiger Zeit noch in der Gegend war.
Ich hätte es nie für möglich gehalten eine Spinne in der Größe eines Karren zu sehen! Und wieso gerade ich unter dem Ding gelandet bin um nach erfolgreichem Aufschlitzen von Innereien überschwemmt zu werden ist mir immernoch ein Rätsel… Uuuäääh!
Immerhin haben wir alle den Kampf mit dem Untier überstanden und unsere Reise ging weiter – neu ausgerüstet und mit einigen Rebellen als Wegweiser.

Und so sind wir nun hier gelandet: auf einer Ausgrabungsstätte von Echsenforschern. Die anderen reden gerade mit dem Leiter der Ausgrabungen während ich diese Zeilen schreibe… Wir sollten uns einen Barden suchen, dann müsste ich weniger schreiben. Doch fürs erste soll dies ausreichen, ich denke bald gehen wir weiter…

Ende Praios, 1019 Götterläufe nach dem Falle Bosparans.

Nachdem wir von Puspereiken und seine saurologischen Kollegen verließen, streckte wieder die grüne Niederhölle ihre giftigen Pranken nach meinen Gefährten und mir. Ungeziefer, Schlamm, schwüle Hitze und der mangelnde Überblick in diesem Umfeld machte uns zu schaffen. Das einzige was schlimmer war als die Langeweile in dieser fruchtbaren (oder eher furchtbaren?) Einöde waren die Zeiten zu denen es interessant wurde. Und da waren seltsame Eichhörner mit Platten am Schädel die von Bäumen fielen noch das harmloseste.
Doch nicht lang nach unserem Aufbruch aus dem Saurologenlager sahen wir uns wieder von Rebellen umringt – glücklicherweise keine vom Diskus von Boran. Nein, diese gehörten der Gruppe “Rujidas Schwert” oder so ähnlich an – keine direkten Verbündeten, doch auch keine Feinde.
Auf gut Glück winkten wir mit unserem Siegelring der Al’Anfaner Boronkirche, und der Fuchs persönlich muss über uns gewacht haben, denn die Rebellen vom Schwert sahen sich danach kooperationsbereit… was unbedingt nötig war wie sich herausstellte.

Wie heißt es nicht? Hilf dir selbst, dann hilft dir Phex.
Diesmal war es umgekehrt. Er half uns, und wir durften mit uns mit seiner Gabe beweisen, denn nicht allsolang später gelangten wir in einen Hinterhalt des Diskus.
Ein unglaubliches Durcheinander, aus dem wir mit einigen Verlusten auf Seiten der Schwertrebellen entkommen und uns mit den Überlebenden in die Überreste eines alten Forts retten konnten.

Mehr tot als lebendig saßen wir in den moosigen Ruinen, unsere Wunden leckend, nach Luft schnappend, froh nicht in Borons Hallen gewandert zu sein. Wir waren zerschnitten, erschöpft, giftgeschädigt oder in anderer Weise misshandelt. So langsam mache ich mir ernsthafte Sorgen um Arnas; die Wut die er seit dem Erhalt des almadinen Auges in sich trägt scheint mit jedem Tag anzuschwellen an dem wir weder von Borbarad noch von seinem geliebten Nostradamus hören…

Die Nacht brach an in den Ruinen, der Regen ergoss sich über unsere Häupter, linderte kurz die in uns aufsteigende Hitze des Dschungels und die schmerzenden Wunden. Doch nicht nur Efferds Gaben brachte diese Nacht. Nein, auch sonderbare Gäste mit einem scheinbar wichtigen Anliegen:
Im Dunkel erspähte ich drei Echsenmenschen – Achass nennen die sich wenn ich mich nicht irre.
Sie waren uns.. nunja, freundlich gesinnt, möchte ich sagen; doch sehr unverständlich.
Selbst Ithron mit seiner Gabe der allumfassenden Sprache und seinem echsischen Wortschatz fiel es schwer allem Gesagten eine Bedeutung abzuringen.
Sie sprachen davon, dass ihnen etwas gestohlen worden war, ein Szepter das gleichzeitig ein Siegel für etwas sein sollte… ich bin mir in diesem Punkt leider unsicher. Nichtsdestotrotz sagten wir den dreien unsere Hilfe zu, in der Hoffnung so auch Verbindungen mit den Achass in den Dschungeln Maraskans knüpfen zu können.

Am nächsten Tag zogen wir weiter. Weit konnte es nicht mehr sein bis zu der Mine, doch war ich mir an diesem Tage des Erfolges unserer Mission nicht mehr sicher. Ehrlich gesagt war ich überrascht, dass wir es so weit geschafft hatten. Lebend.
Doch nicht nur dass mich an diesem Punkt die Hoffnung ein weiteres Mal verließ, nein auch die Rebellen vom Schwert verabschiedeten sich bald darauf von uns.

“Euer Ziel ist nicht mehr fern.”, hieß es.
“Vor euch liegt das Gebiet der Uljakim, hütet euch.”, sagten sie.

Das taten wir auch, doch müde und erschöpft wie wir waren konnten wir einen Hinterhalt nicht mehr wittern und plötzlich waren wir umzingelt. Doch zu einem Kampf kam es nicht, im Gegenteil, wir wurden in das Lager dieser “Uljakim” geführt. Was wir dort sahen war.. beunruhigend. Diese Rebellenvereinigung war dezimiert, bestand großteilig aus Alten und Kindern, doch niemanden der fähig war einen vernünftigen Kampf auszufechten.
Sie brachten uns zu ihrer Anführerin, Iranisad (oder so ähnlich.. die Namen hier auf der Insel sind mit suspekt).
Sie verweigerte die Antworten auf unsere Fragen und drängte darauf, ein “Spiel” mit uns zu spielen. In Gewissheit meines Glückes im Spiel willigte ich ein, um endlich etwas aus dieser seltsamen Frau herauszubekommen; doch was sie vorschlug war mehr eine makabere Mutprobe:
Ich sollte mir eine Maraske auf den nackten Brustkorb setzen! Angeblich steche sie nicht, wenn ich ganz ruhig bleiben würde – was mit angesichts der Erlebnisse mit dem Monster in Spinnengestalt welches ich aufgeschlitzt hatte nicht wirklich gelingen wollte. Doch glücklicherweise überlebte ich den Stich; weil es ein Jungtier gewesen war, so Iranisad.

Doch eine verrückte Rebellenanführerin, ein Wort. Wir bekamen unsere Antwort auf die Frage nach dem Standort der Mine: vor nicht langer Zeit sind ein Großteil der fähigen Rebellen aufgrund eines Hinweises – wahrscheinlich aus mittelreichischen Kreisen – zur Enduriummine aufgebrochen um es den Haranidad gleichzutun; aufgrund der Vorräte die dieser Trupp mitnahm schien die Mine in mittelbarer Umgebung des Versteckes der Uljakim zu sein.

Und dann, zwei Tage später, war es so weit. Das lange erwartete Ziel unseres Martyriums: die Mine! Oder wie wir sie danach nannten: die verfluchte Todesfalle des Dämonensultans.

Schon der erste genaue Blick verhieß nichts gutes, als der Wachsoldat tot auf der Palisade lehnte. Auch die Außengebäude strotzten nur vor lauter Leichen – sowohl Drachengardisten als auch Uljakimrebellen; ein Großteil von ihnen wurde scheinbar ohne langen Kampf niedergestreckt. Zwei von ihnen stachen besonders hervor: eine tote Frau mit einem Kristall als Auge, daneben ein Mann mi Hufen… Paktierer! Wir enthaupteten sie, sammelten dann die Leichen und verbrannten sie. Nicht noch einmal werden wir den selben Fehler begehen wie damals in Dragenfeldt…!
Die Gebäude an sich waren geplündert, wir fanden nur einige Körner Endurium und eine Notiz eines Wachhauptmanns betreffend des scheinbar seltsamen Verhaltens eines Regimentes.

Ich weiß wirklich nicht was mich geritten hat, das schwere Tor der Mine aufzuschließen… ja, ich genoss es mal wieder ein herausforderndes Schloss zu knacken, doch angesichts des Bildes VOR der Mine hätten wir die dunklen Hallen nie betreten sollen… In einigen Nebenräumen befanden sich Drachengardisten; oder zumindest das was von ihnen übrig war – und auch das hätte man in einem Honigglas abtransportieren können…
Im Hauptraum fanden wir einen Schacht, über dem ein Aufzug gebaut war. Mechanisch beeindruckend, doch irritierten mich die großen, bannkreisartigen Malereien auf der Konstruktion; laut Ithron tatsächlich etwas um stärkere Dämonen fernzuhalten.

Unserem Auftrag und der brennenden Neugier folgend begaben sich Hjalmar, Ithron und Iranisad nach unten während Arnas und ich die Konstruktion bedienten…

Ganz klar drückten sich Hjalmar und Ithron nie aus als wir sie zu den Geschehnissen da unten befragten. Fakt ist dass Iranisad starb. Fakt ist auch, dass diese Mine wahrscheinlich immernoch von einem gigantischen Dämon bewohnt wird der sich durch den festen Fels frisst.
Ich sehe es immer noch vor mir wie Arnas sich auf seinem Stab in die Tiefe stürzte um unsere Freunde vor diesem.. Ding.. zu retten.

Danach jedoch war Boron so gnädig uns einen erholsamen Schlaf zu schenken. Erst am nächsten Morgen erfuhren wir das Hjalmar des Nachts eine Geisterscheinung hatte, in der die Geister ihm die Richtung, in der wir ihre Mörder finden würden, wiesen.
Diesen Mördern waren wir nach dem vergeblichen Besuch der Mine nun auf der Spur; ihre Identität war uns beinahe klar: das verschwundene Regiment der Drachengarde.

Bis zu einer kleinen Festung haben wir sie verfolgt, bei Einbruch der Nacht werde ich mich hineinwagen. Phex steh mir bei, das hat gut zu gehen!

Hiermit möchte ich mein Schreiben nun wieder beenden, es dämmert bald…

Anfang Rondra, 1019 Götterläufe nach dem Falle Bosparans.

Habe das Fort von und freundlich gesinnten Gardisten infiltriert. Was war ich ein voreiliger Narr! Glücklicherweise ließ sich dieses Missverständnis aus der Welt schaffen und wir bekamen einen Hinweis auf den Verbleib des 4. Regiments in Richtung Süden.
Auf unserem Weg sahen wir verstreut immer wieder die Reste des 4ten; die Spuren und einige Notizen deuteten darauf hin, dass die Gardisten von Leuten der KGIA ermordet worden waren.
Der KGIA war mit Vorsicht zu begegnen, gerade wenn wir zu diesem Zeitpunkt berechtigt vermuten durften dass Delian von Wiedbück von Borbarad persönlich getötet und ersetzt worden war.
Doch es gab auch gutes: Arnas fand seinen geliebten Nostradamus wieder!

Anhand der Berichte die wir neben den Überresten des 4. gefunden korrigierten wir unsere Route gen Osten, wo uns nach wenigen Tagen grauenvolles erwartete…
Wir fanden einen Seeschlangenfriedhof, geziert mit Skeletten die über 40 Schritt in der Länge maßen!
Unweit dieses beunruhigenden Anblicks wurde es noch schlimmer: auf einer Klippe über dem Meer trohnte ein schwarzer Tempel, genauer gesagt ein Insanctum der Charyptoroth – Ithron zufolge.
Doch was sollten wir machen? Verirrt im Dschungel mit nur dieser einen Spur um überhaupt ETWAS zu erreichen… Also näherten wir uns dem Tempel, wo wir freundlicherweise von zwei Paktierern im Gebüsch begrüßt wurden. Wir konnten sie töten, doch mussten wir immernoch herausfinden was es mit diesem Tempel auf sich hatte.
Inzwischen wissen wir soviel:

Einige Paktierer und Borbaradianer haben sich hier verschanzt und bereiten ein gigantisches Ritual vor, dass in wenigen Tagen vollendet sein wird. Das gestohlene Endurium ist vermutlich hier und zwar bereits verarbeitet. Ein paar Achazwachen konnten wir bislang ausschalten, doch dürften Schätzungen zufolge noch etwa ein Dutzend an weiteren Gegnern in der Höhle unter dem Tempel auf uns warten. Wenn wir uns in einen Kampf wagen, wird dies kein leichter sein…
Morgen gehen wir rein, auch wenn die Achaz von Akrabaal unserem Ruf noch nicht gefolgt sind. Phex steh uns bei, lass uns noch nicht in die Hallen deines Bruders einkehren.

Mitte Rondra, 1019 Götterläufe nach dem Falle Bosparans.

Haben den Charyptorothtempel… ich denke das passende Wort wäre “gereinigt”. Es war ein harter Kampf, doch hätten wir ihn eventuell noch zu unseren Gunsten entscheiden können wenn nicht..
Das ganze endete abrupt, nachdem der einzig verbleibende Achaz, scheinbar eine Art Charyptoroth-Hohepriester, den Neunkraken beschwor. Er verwandelte allen Kampf in Flucht und das Chaos in ein noch größeres.
Letzten Endes haben wir viele der Paktierer töten können. Hinzu kommt, dass wir eines der drei Enduriumschwerter und das Szepter für die Akrabaal-Achaz erbeuten konnten. Ithron war etwas verstört, er hatte den intensivsten Kontakt mit dem Kraken; hoffentlich nichts bleibendes. Er hat schon genug ertragen müssen.
Ich sitze nun an der Außenfront des Echsentempels, zu dem unsere schuppigen Freunde uns geführt hatten nachdem sie unseren Ruf vernommen hatten. Bin immer noch nicht ganz sicher was da vorhin geschah… Wir sahen einen Achaz, der anders war als die anderen. Mehr krötenartig und sicher drei Schritt in der Höhe, auf dem Rücken eine gigantische Axt.
Er forderte uns zur “Erneurerung des N’Krurr” oder so, woraufhin er mit Hjalmar kurz verschwand.
Sie kamen nicht viel später wieder, verwundet aber zufrieden.
Irgendetwas ist anders mit dem guten Hjalle, ich kann aber nicht mit Gewissheit sagen was. Angeblich hat er auch dieses Ereignis erwartet, sagte er hätte davon geträumt. Eigenartig.

Mitte Efferd, 1019 Götterläufe nach dem Falle Bosparans.

Wie fange ich an? Die letzten Wochen waren, sie waren sonderbar.
Wir machten uns auf den Weg nach Tuzak, in dem Wissen Borbarad von Wiedbrück dort anzutreffen. Einen wirklichen Plan hatten wir nicht, eher die Gewissheit dass es schlechter seie, nichts zu tun.
Vor Tuzak schon merkten wir, dass das Kopfgeld welches auf uns ausgesetzt war drastisch erhöht wurde. Pro Kopf winkten nicht mehr 25 Dukaten (was schon eine ordentliche Summe war), sondern ganze 300 Dukaten. Wir schienen da jemandem ziemlich auf die Füße getreten zu sein.
Nach einiger Observierung der Stadt kamen wir am außerhalb liegenden Borontempel an, in dem wir zum einen unseren Bericht unserer Mission ablieferten und gleichzeitig um Asyl baten – welches uns Phex sei Dank gewährt wurde.
Im folgenden versteckten wir uns wochenlang vor immer schärfer werdenden Kontrollen durch Gardisten und warteten sehnsüchtig auf eine Antwort unseres Hilfegesuchs aus Gareth.

So ungern ich es zugebe, doch es lohnte sich letzten Endes doch, die verdammte Glühwürmchenkirche zu einen. Am Strand etwas abgelegen der Stadt konnten wir ein Schiff empfangen, 60 Sonnenlegionäre und 12 Bannstrahler unter der Führung von Amando da Vanya und Ucurian Jago. Selbst unser guter alter Patras war dabei…
Wir sammelten unsere Kräfte alle am Borontempel, ehe wir am folgenden Tag in Tuzak einmarschierten. Ich bin mir immer noch sicher, hätten die Gardisten nicht die Tore geöffnet hätte Jago allein mit seinem Blick die Stadt niedergebrannt.
Was dann kam…
Der Palast war voll von niederhöllischen Kreaturen, die Streitkräfte Praios’ waren nötig wie sonst nie.
Wir kamen durch, standen im Thronsaal. Rechts der wahnsinnig gewordene Fürst Herdin von Tuzak, links… Delian, nein, Borabarad in Delians Gestalt. Er zwang uns alle zur Stille, ehe er seinen Stab in den Boden rammte und… und das Chaos losbrach.

Überall waren Dämonen, sie bildeten einen schwarzen Nebel des Schreckens, wir wurden getrennt, verwundet, gebrochen, zerstoßen und gequählt.
Am Ende war fast jeder allein in der Dunkelheit, die immer nur dann Form annahm, wenn sie pfählen wollte. Ich war auf mein Ende vorbereitet doch Patras… rettete mich.
Es war nicht gerecht. Es ist immer noch nicht gerecht! Wieso musste er sterben?! WIESO ER, WIESO NICHT ICH?! Wo bleibt denn da Praios’ hoch gelobte Gerechtigkeit?
Ich sage mir seitdem, dass sein Opfer doch einen Grund gehabt haben muss. Er gab mir die Kraft, Borbarad abzulenken sodass Arnas den Stab ergreifen konnte – und so alles beendete.
Die Dämonen richteten sich gegen ihren alten Meister, welcher sie mit einem Schnipsen zu Staub verfallen ließ. Doch er musste geschwächt sein, er zog sich zurück.

Ich sage mir seitdem, dass ich Patras’ Geschenk an mich in Ehren halten muss. Ich werde versuchen unseren alten Freund zu rächen! Das bin ich ihm schuldig…
Ich schreibe diese Worte an Bord der “Perlbeißer”, nächste Woche erreichen wir hoffentlich das Festland…

fortsetzung fehlt bislang

Verians Tagebuch

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